Maschendrahtzaun selbst aufstellen

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Der Maschendrahtzaun gehört immer noch zu den beliebtesten Zäunen der Deutschen. Insbesondere bei großen Grundstücken ist ein Maschendrahtzaun eine günstige und schnell zu errichtende Lösung um sein Grundstück zu sichern. Auf was man beim Kauf und der Montage einen Maschendrahtzaunes achten sollte, darauf möchten wir in diesem Beitrag näher eingehen.

Was versteht man unter einem Maschendrahtzaun?

Ein Maschendraht besteht aus zwei unterschiedlichen Drähten, die miteinander zu einem grobmaschigen Geflecht verknüpft werden. Wie der Name erwarten lässt, werden Maschendrahtzäune aus Maschendraht hergestellt und finden auf die unterschiedlichste Art und Weise Anwendung. Diese Anwendungsmöglichkeiten haben dann auch erheblichen Einfluss auf die Stärke des Drahtes, die Größe der Maschen und andere Details.

Rostiger Maschendrahtzaun

Älterer rostiger Maschendrahtzaun

Die Maschen eines solchen Zauns sind in der Regel 40mm, 50mm oder 60mm groß, die Stärke des Drahts liegt zwischen 2,2mm und 2,8mm, wobei er in Einzelfällen, insbesondere bei Schutzzäunen, noch erheblich dicker sein kann. Maschendrahtzäune werden in allen erdenklichen Höhen angeboten, in der Regel zwischen 60cm und 2m. Die durchschnittlich errichtete Höhe bei Privatgrundstücken dürfte bei ca 1m liegen.
In der Herstellung wird bei Maschendrahtzäunen zwischen Kopf-, Füll- und Fußdrähten unterschieden, darüber hinaus ist noch zwischen horizontalen und vertikalen Drähten zu differenzieren.
Maschendraht ist meist in den Variationen Plastik ( PVC Beschichtung) und Zink lieferbar. Bei der sogenannten Plastifizierung wird der verzinkte Kerndraht mit Kunststoff ummantelt. Dadurch wird er witterungsbeständiger, langlebiger und robuster. Bei dieser Kunststoffbeschichtung wird die Farbe „Tannengrün“ bevorzugt.

Maschendrahtzaun – Montage grundsätzlich einfach

Die Montage eines Maschendrahtzauns ist zunächst einmal recht unkompliziert. Jeder Hobbyhandwerker mit ein klein wenig Fingerfertigkeit ist in der Lage, einen Maschendrahtzaun selbst aufzustellen, sofern ihm das passende Zubehör zur Verfügung steht. Viele Hersteller, wie beispielsweise Buhr, Scheffer oder Bracksieker und andere, bieten komplette Zaun-Sets an, in denen bereits das vollständige Zubehör enthalten ist. Diese Sets erhält man oft im Baumarkt oder man bestellt sie bequem in einem großen Online Shop wie Amazon*. Einige entsprechende Angebote haben wir Ihnen herausgesucht und etwas weiter unten in diesem Beitrag aufgelistet. Andererseits muss man natürlich auch wissen, was einem fehlt, wenn man den Zaun und das Zubehör einzeln kauft.

Drahtspanner gehören zu den wichtigsten Zubehörteilen, möchte man einen Maschendrahtzaun aufstellen. Die Hauptaufgabe von Spanndrähten besteht darin, sie in einer Art Schraubmechanismus zu spannen. Da man mit diesen Spanndrähten für eine ausreichende Spannung im Zaun sorgen muss, sind sie als Zubehör beim Aufstellen von Maschendrahtzäunen unerlässlich. Zäune neigen dazu, im Laufe der Zeit an Spannung zu verlieren. Mit einem Drahtspanner kann diese immer wieder einfach und schnell erneuert werden. Drahtspanner werden in den unterschiedlichsten Größen geliefert und können daher auf jede Art von Drahtstärke angepasst werden.

Maschendrahtzaun Zaunspanner

Drahtspanner spannt den Spanndraht und somit den Zaun – Foto © digitalfoto – Fotolia.com

Der Spanndraht ist ein ebenso wichtiges Zubehörteil und ist meist kunststoffummantelt. Der Spanndraht wird zwischen den einzelnen Pfosten des Zauns gespannt und am oberen und unteren Ende des Zauns durchgezogen. Dadurch soll eine bessere Spannung und Stabilität erreicht werden.

Gerade sollte der Maschendrahtzaun schon sein

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Ob nach dem Kauf eines Komplettsets oder den Einzelteilen, der Aufbau ist einfacher, als man es sich vorstellt. Dabei ist es natürlich am sinnvollsten, man erwirbt vorher ein Komplettset mit allem notwendigen Zubehör.

Vor Beginn der Arbeiten muss man zunächst einmal die Länge des Zauns ermitteln. Dies geschieht recht einfach mit Hilfe einer Richtschnur. Man muss nach dem Spannen der Schnur lediglich die Schnur mit einem Zollstock ausmessen. Insbesondere wenn der Zaun um Kurven geht, kann das Ausmessen mittels Richtschnur einfacher sein als direkt mit dem Zollstock. Auf jeden Fall sollte man nicht zu knapp messen, denn nichts ist ärgerlicher als ein halber Meter der am Schluss dann fehlt. Also lieber etwas mehr bestellen, das Kürzen ist später, bei den meisten Zäunen, mit einer Kneifzange oder sogar Seidenschneider  sehr leicht möglich.

Ist alles ausgemessen und bestellt, kann man sich um den Aufbau des Zauns kümmern. Ist man ein einigermaßen geübter Heimwerker, kann man einen solchen Maschendrahtzaun alleine aufbauen. Hat man dagegen eher zwei linke Handwerkerhände, holt man sich besser noch eine Hilfe hinzu. Schließlich soll es sich am Ende um einen geraden Zaun handeln und nicht um eine Achterbahn. Als erstes müssen die Anfangs- und Endpfosten positioniert werden, danach können in regelmäßigen Abständen, optimal sind bei mittlerer Höhe etwa 2,5 Meter, Streben angebracht werden. Anschließend wird eine Richtschnur gespannt und anhand dieser die restlichen Zaunpfosten aufgestellt.
Dass neben der Richtschnur auch eine Wasserwaage zum Ausrichten nötig ist, muss wohl nicht noch erwähnt werden. Ein geübter Handwerker wird sich zudem immer mal wieder auf eine Linie mit den Zaunpfosten stellen und mit dem Auge kontrollieren ob alle auf einer Linie stehen. Auch wenn der Zaun um eine Kurve geht, kann man mit der Sichtprüfung schnell erkennen ob alle Pfosten parallel verlaufen.

Maschendrahtzaun am Zaunpfosten befestigen

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Sobald alle Pfosten aufgestellt sind, kann man den Spanndraht und Spanndrahtspanner  mittels geeigneten Spanndrahthaltern an den Zaunpfählen befestigen.
Anschließend wird das Zaungeflecht ausgerollt und sogenannten Bindedraht an dem Spanndraht befestigt. Diese Arbeiten gehen zu zweit wesentlich einfacher als alleine, also am besten eine Hilfe suchen die den Zaun mal kurz anhalten kann. Anschließend werden vorne und hinten, jeweils in der ersten und letzten Masche, Geflechtspannstäbe eingeführt, über die die Maschen mit den Zaunhaken verbunden werden.Diese Stäbe dienen dazu, dass später beim Spannen der ganze Zaun gleichmäßig gespannt wird.

Jeder Hersteller hat für das Befestigen und Spannen ein wenig andere Elemente und Lösungen konzipiert, da versucht wird das ganze für den privaten Anwender so leicht wie möglich zu handhaben. Daher sollten Sie vor der Montage stets die Montageanleitung des Anbieters genau studieren, aber im Grunde ist das Prinzip natürlich immer sehr ähnlich.

in dem unteren Video kann man gut erkennen wie beispielsweise der Bindedraht  am oberen Spanndraht den Zaun befestigt. Er wird quasi spiralförmig um Zaunmaschen und Spanndraht gezogen.

Im nachfolgenden Video sieht man eine Lösung eines anderen Anbieters. Dies ist eine eher etwas ungewöhnliche Lösung, denn hier wird ganz auf einen Spanndraht verzichtet.

Wie man den Maschendraht aufrollt sieht man hier:

Zaunkosten eventuell mit dem Nachbar teilen

Um einen Maschendrahtzaun aufzubauen, sollte man genügend Zeit einplanen. Üblicherweise kann man es schaffen, einen normalen Gartenzaun innerhalb eines Tages aufzubauen. Allerdings sollte man sich dabei nicht selbst unter Druck setzen. Soll der Zaun als Grundstücksbegrenzung dienen, kann ein Gespräch mit dem Nachbarn hilfreich sein. Womöglich ist auch er an dem Zaun interessiert, dann kann man sich die Arbeit und die Kosten teilen. Das vereinfacht den Aufbau ungemein und die Mühe wird sich sicherlich lohnen.

Auf sicheren Füßen muss er stehen

Ein sicherer Stand ist bei einem Maschendrahtzaun besonders wichtig. Die Zaunpfosten sollten daher möglichst fest und stabil mit dem Untergrund verankert sein. Es spielt keine Rolle, ob die Zaunpfosten aus Holz oder Metall sind. Wenn die Pfosten keinen festen Stand haben, werden Sie an Ihrem Zaun keine lange Freude haben.
Bei Metallpfosten bietet sich das Einbetonieren an, um einen sicheren Stand zu erreichen. Bei End- als auch Eckpfosten sollte man zusätzlich sogenannte Zaunstützen vorsehen, denn durch die Spanndrähte und Drahtspanner wird natürlich ein nicht zu vernachlässigender Zug auf die Pfosten ausgeübt. Ohne zusätzliche Stützen könnte die Last nach einigen Jahren dazu führen, dass die Pfosten kippen. An diesen Stützen sollte man daher keinesfalls sparen.

Dann können ihm auch starke Windlasten nichts mehr anhaben. Falls Sie sich für das Einbetonieren entscheiden , heben Sie zunächst einmal sämtliche Löcher aus. Wichtig ist, dass die Tiefe bis unter die Frostgrenze geht, in den meisten Gebieten Deutschlands sollten ca. 50 bis 60 cm Tiefe ausreichen. Empfehlenswert kann es sein den Pfosten nicht direkt einzubetonieren, sondern eine Hülse zu verwenden. Auf diese Weise können Sie später einmal defekte oder verrostete Pfosten sehr leicht austauschen.
Im nachfolgenden Video sieht man wie man ein KG Abflussrohr ideal als Form für das Fundament nutzen kann. Dies erleichtert die Arbeit und spart Beton!

In Internetshops und Baumärkten finden Sie eine große Auswahl unterschiedlichster Zaunpfosten, aus Metall, Holz und Kunststoff. Bei einem Maschendrahtzaun wird gewöhnlich ein kunststoffbeschichteter Metallpfosten bevorzugt. Auch Montagematerial wie Bodenhülsen, Kappen, Drahtspanner, Spanndraht usw. findet man in der Regel im Baumarkt oder Online Shop*.
Falls irgendwie möglich, sollten Sie auf jeden Fall ein Komplettset kaufen. Das ist nicht nur preiswerter, Sie können gleichzeitig auch sicher sein, alle benötigten Teile, inklusive der Zaunpfosten, zu besitzen. Da wird es nicht geschehen, dass Sie mitten im Aufbau feststellen, dass Ihnen ein einzelnes Teil fehlt.
Nach dem Kauf eines Komplettsets müssen Sie nur noch Sand, Kies und Zement kaufen, damit Sie die Pfosten sicher im Boden verankern können.Wenn es keine sonderlich große Zaunlänge ist, können Sie für das Einbetonieren auch Säcke mit Fertigestrich verwenden, Sie ersparen sich dann das mühevolle Betonmischen. Zu einem Fertigestrich wird nur etwas Wasser dazu gegeben, gut gerührt und schon kann dieser eingefüllt werden. Es gibt sogar sogenannte Blitzbeton-Mischungen die in wenigen Minuten schon recht hart werden, auch das kann beim Betonieren hilfreich sein, jedoch sind diese Mischungen oft wesentlich teurer.

Alternativ kann man auch ganz auf Beton verzichten und sogenannte Einschlaghülsen verwenden. Sie erinnern sich sicherlich, wir haben diese schon in unserem Beitrag Bonanza-Zaun vorgestellt. Ähnliche Lösungen gibt es natürlich auch für Metallpfosten. je nach Bodenbeschaffenheit kann auch diese Lösung viele Jahre halten. Allerdings da ein schräger Pfosten bei einem Maschendrahtzaun ein bedeutend schlechteres Bild abgibt als bei einem Bonanza- oder Rancherzaun, ist die erste Wahl schon das Einbetonieren. Andererseits gibt es auch eingeschlagene Hülsen mit einem Gelenk* zum ausrichten des Zaunpfosten, das kann ein guter Kompromiss sein.

Bodenhalter mit Gelenk (Amazon*)

Autor ae

Preiswerte Maschendraht Zaunsets im Online-Handel

Letzte Aktualisierung am 23.10.2017 um 23:42 Uhr  *Affiliatelink ² 

 

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2 Kommentare zu “Maschendrahtzaun selbst aufstellen

  1. Seilprofi sagt:

    Wow unheimlich umfangreich und detailliert beschrieben, am meisten geholfen haben mir die Videos (ich muss sowas eben am besten mit bloßem Auge sehen) denn für unseren Garten brauchte ich schon länger eine möglichst kostenmgünstige Alternative^^ Merci!!

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