Wärmedämmung, auf was muss man achten?

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Die Energiekosten steigen wieder, daher denken viele Hausbesitzer und DIY-Heimwerker verstärkt über Wärmedämmung nach. Aber an welcher Stelle mit der Dämmung anfangen? Die sogenannte Thermografie kann hier helfen. Mit speziellen Kameras lässt sich ermitteln wo Wärme das Haus verlässt. Bevor man also beginnt kostenintensive Wärmedämmmaßnahmen zu planen, ist ein sogenannter Thermografie-Check eine sinnvolle Sache.

Wärmedämmung ist nichts für den Laien

Zunächst einmal ist zu sagen, dass Wärmedämmung nichts für DIY-Einsteiger ist. Sicher, kleine Maßnahmen wie eine Dämmschutzmatte zwischen Heizung und Hauswand bekommt noch fast jeder hin, aber wenn es um größere Maßnahmen geht dann sollte schon der erfahrenere DIY-Heimwerker oder sogar der Profi ran.

Auch wenn so manche Dämmmaßnahme sehr einfach aussieht, die Probleme liegen oft im Detail. Man kann mit der falschen Wärmedämmung oft mehr Schaden als Nutzen anrichten. Insbesondere auch die Außendämmung an der Fassade ist nichts für Einsteiger, selbst so manche Firma macht hier noch Fehler wie man in so manchem Fernsehbeitrag oft sieht. In kleine Risse oder undichte Kanten an Fenstern oder Dachansatz kann schnell Feuchtigkeit eindringen und dann lässt der Schimmel nicht lange auf sich warten.
Das Ärgerliche bei der Außendämmung ist dann auch oft, dass der Schimmel lange Zeit nicht sichtbar ist, weil er sich eventuell hinter den Dämmplatten verbreitet oder sich gar langsam durch das Mauerwerk frisst. Sieht man dann im Außenbereich oder auch im Innenbereich Schimmel, dann ist es oft zu spät um noch viel zu retten. Nicht selten muss dann die ganze Wärmedämmung abgerissen werden und oft kommen dann noch weitere Sanierungsmaßnahmen dazu. das Ganze wird dann richtig teuer.
Daher unser Tipp: Bei größeren Dämmvorhaben unbedingt gut beraten lassen und nach Möglichkeit einen Profi damit beauftragen. Im letzteren Fall haben Sie dann in der Regel auch einen Garantie- oder Gewährleistungsanspruch. Zudem können Handwerkerleistungen ja auch steuerlich geltend gemacht werden.

 

Hilfreiche Literatur zur Wärmedämmung

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Das richtige Material für die Dämmung wählen

Greifen Sie auch nicht zu dem günstigsten Dämmmaterial, die Haltbarkeit sollte immer im Vordergrund stehen. Danach sollte bei der Auswahl vor allem auf folgende Faktoren und Angaben geachtet werden:

  • Wärmeleitfähigkeit
  • Wärmespeichervermögen
  • Feuchtigkeitsverhalten

Die Wärmeleitfähigkeit – Manchmal ist schlecht doch gut

Die Wärmeleitfähigkeit beschreibt wie gut die Wärme von innen nach außen durch das Material abgeleitet wird. Bei der Dämmung sollte somit die Wärmeleitfähigkeit so schlecht wie möglich sein, denn umso länger bleibt die Wärme im Inneren des Hauses. Im Sommer dagegen sorgt eine schlechte Wärmeleitfähigkeit dafür, dass die Hitze draußen bleibt. Eingeteilt wird die Wärmleitfähigkeit gewöhnlich in Wärmeleitgruppen, kurz „WLG“ genannt. Eine recht gute Wärmedämmung liegt beim WLG in der Regel zwischen WLG 025 und WLG 040. Eine schlechte wäre beispielsweise Wlg 070.
Die Wärmeleitfähigkeit sollte beim dem Dämmstoff immer vom Hersteller angegeben werden.

Das Wärmespeichervermögen

Wie die Bezeichnung schon sagt, das Wärmespeichervermögen sagt aus, wie viel Wärme ein Dämmstoff speichert. Dies wird vor allem durch die Dichte und den spezifischen Eigenschaften des Dämmstoffes bestimmt. Je schwerer ein Dämmstoff, desto höher ist in der Regel auch sein Wärmespeichervermögen. Eine hohe Speicherkapazität sorgt für langsameres Aufheizen und Abkühlen. Die am Tage aufgenommene Wärmeenergie kann so in kühleren Nächten langsam abgegeben werden. Bei sehr hohem Wärmespeichervermögen verkürzt sich dadurch die Heizperiode, die Heizung kann somit länger ausgeschaltet bleiben.

Das Wärmespeichervermögen wird in Kilojoule pro Kilogramm oder Grad Kelvin (kJ/(kgK)) angegeben. Je größer diese Wärmespeicherungszahl, desto besser sind die energetischen Eigenschaften des Materials. Leider wird das Wärmespeichervermögen nicht von allen Dämmstoff-Herstellern angegeben.

Feuchtigkeitsverhalten

Leider wird auch das Feuchtigkeitsverhalten nicht von allen Dämmstoffherstellern bei den Produkten angegeben. Wenn jedoch die Dämmung auch Feuchtigkeit ausgesetzt ist, sollte man dieses Verhalten nicht außer acht lassen. Das Problem ist nämlich, dass bei manchen Stoffen die Dämmeigenschaften durch eindringende Feuchtigkeit stark herabgesetzt werden können.
Empfehlenswert ist es daher, ein Dämmmaterial einzusetzen, das seine energetischen Eigenschaften unter unterschiedlichen Feuchtigkeitszuständen bewahrt und nach Möglichkeit auch schnell trocknet. Insbesondere bei der Dämmung von Kellerräumen ist diese Angabe wichtig, wobei bei Kellerräumen meiste die Dämmung im Außenbereich angesagt ist.

Beeindruckend: 2cm Dämmmaterial entsprechen einer 1m starken Betonwand

Eine Dämmschicht aus modernen Materialien ist auch durch noch so dicke Wände nicht zu ersetzen:
2 cm üblicher Dämmstoff haben die gleiche Dämmwirkung wie eine 30 cm dicke Wand aus Hochlochziegeln
oder eine über einen Meter dicke Betonwand. Wichtiger für den Wärmeschutz ist nicht die Dicke des
Baustoffes, sondern dessen Wärmeleitfähigkeit. Die untere Zeichnung verdeutlicht dieses Verhältnis noch mal:

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Vor- und Nachteile gängiger Dämmstoffe

DämmstoffartEinsatzbereichVorteileNachteile
MineralfaserDach, Wand, Fußbodengute Wärme- und
Schalldämmung
nicht brennbar
schimmelresistent
hoher Energiebedarf bei der Produktion
nötig
Polystrol-SchaumstoffDach, Wand, Fußbodenleicht zu verarbeiten
feuchtigkeits- und
frostbeständig
preiswert
hoher Energiebedarf bei der Produktion
nötig
GlasschaumErdbereich,
Keller
feuchtigkeits- und
frostbeständig
hoch belastbar
ungezieferresistent
nicht brennbar
hoher Energiebedarf bei der Produktion
nötig
HolzfaserDach, Decke,
Wand, Fußboden
druckbelastbar
guter sommerlicher
Wärmeschutz
feuchteregulierend
teuer
KorkDach, Decke,
Hohlräume, Wand
hoch belastbar
gute Wärme- und
Schalldämmung
fäulnis- und schädlingsresistent
begrenzter Rohstoff
teuer
BlähtonDeckenfeuchtigkeits- und
frostbeständig
nicht brennbar
gute Schalldämmung
ungezieferresistent
hoher Energiebedarf bei der Produktion
nötig
ZelluloseDach, Decke,
Wand
schimmelresistent
ungezieferresistent
sehr gute Schalldämmung
preiswert
nicht druckbelastbar
Entsorgung problematisch

Erste Maßnahme – die Thermografie

Unser Tipp, bevor man sich auf die Suche nach dem Material oder dem Experten macht, sollte man erst mal prüfen wo überhaupt die meiste Wärme aus dem Haus nach außen dringt. Da Wärme gewöhnlich immer nach oben zieht, sollte man natürlich zuerst dem Dachboden besondere Aufmerksamkeit schenken. Wenn man auf dem Dachboden mit dem bloßen Auge die Ziegeln von unten sieht, dann kann man sich natürlich aufwendige Analysen erst mal sparen, die Isolierung der Dachsparen sollte dann an erster Stelle stehen. Dies gehört auch noch zu den Bereichen, die ein etwas geschickter DIY-Heimwerker oft selbst vornehmen kann. Dabei sollte man aber immer sehr sorgfälltig arbeiten, sogenannte Kältebrücken sind hier unbedingt zu vermeiden. Im Fachhandel, in Baumärkten und sogar im Online-Handel werden hier aber heute gute Lösungen und zum Teil auch Literatur angeboten. Eine schlechte Wärmedämmung des Daches ist auch daran zu erkennen, dass die Schneedecke auf dem Dach an verschiedenen Stellen schnell taut.

Ist das Dach bereits gedämmt, dann wird es schon etwas schwieriger Schwachstellen zu finden. Hier bietet sich dann die sogenannte Thermografie an.
Die Thermografie nutzt die Tatsache, dass alle Gegenstände Wärmestrahlung aussenden. Mithilfe einer Infrarotkamera wird diese unsichtbare Wärmestrahlung erfasst und in einem Infrarotbild dargestellt. Diese Infrarotbilder nennt man auch Thermogramme.

Infrarotbild - Thermogramm

Infrarotbild – Thermogramm

Dank bekannter physikalischer Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge kann aus der erfassten Wärmestrahlung auf die Temperaturverteilung an der Oberfläche des betrachteten Gegenstandes geschlossen werden. Durch die Flächendarstellung der Temperaturverteilung ermöglicht die Bauthermografie, energetische Schwachstellen und Wärmebrücken, d. h. Bereiche der Gebäudehülle mit erhöhten Wärmeverlusten und Undichtigkeiten, festzustellen. Die Erstellung von Wärmebildaufnahmen an Gebäuden ist der schnellste und effizienteste Weg, den energetischen Gesamtzustand der Gebäudehülle visuell darzustellen. Ursachen für einen erhöhten Energieverbrauch können erkannt und Maßnahmen zur Energie- und CO2-Einsparung geplant werden.

Inzwischen kann man Kameras für die Aufnahme von Infrarotbildern ( Thermogramme) sogar selbst im Online-Handel kaufen. Die Handhabung ist nicht viel anders als bei einer Fotokamera. Das Problem ist nur, dass diese Kameras nicht gerade billig sind, je höher die Bildauflösung desto teurer werden die Kameras.

Kameras unter 1000 Euro gehören hier noch zu den günstigsten Vertretern, sie eignen sich wegen ihrer begrenzten Auflösung oft nur um Detailuntersuchungen anzustellen. Um eine ganze Hausseite im Bild analysieren zu können, braucht man in der Regel höhere Auflösungen, eine solche Kamera kann viele tausend Euro kosten.

Der Thermografie-Check

Der Kauf einer Kamera lohnt sich daher gewöhnlich nicht für Hausbesitzer. Eine Alternative ist daher der sogenannte Thermografie-Check wie er beispielsweise von der Firma Thüringer Energie AG (siehe Info) angeboten wird. Ein solcher Check kostet derzeit ca. 109 Euro und beinhaltet mindestens 6 Thermografie-Außenaufnahmen Ihres Hauses. Dazu erhält man auch gleich einen schriftlicher Bericht mit Tipps zur Behebung von Schwachstellen sowie Hinweisen für Gebäudeeigentümer zur neuen Energieeinsparverordnung.

Fotos eines solchen Thermografiechecks

Einen solchen Check kann man einfach online bestellen, sicher eine gute Maßnahme bevor man weitere Arbeiten konkret planen kann.

Infos zum Thermografiecheck der Firma Thüringer Energie AG

DOWNLOAD

 

Video zum Thermografiecheck

 

 

 

In Kooperation mit Thüringer Energie AG
Fotos: Delta GmbH



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