Trockenrisse im Holz – Epoxidharz hilft

Endlich ist es soweit, der neue Stapel mit Holzstücken, der schon das ganze Jahr so verführerisch auf seine Verarbeitung gewartet hat, ist trocken! Doch die Endtäuschung folgt auf den Fuße, denn schon der erste Griff in das Regal fördert einen gerissenen Klotz hervor. Auch die nächsten zwei dahinter sind von tiefen Spalten durchzogen. Was nun? Ab damit in den Ofen und hoffen, dass im Brennholzstapel noch einen tüchtiger Ersatz zu finden ist?
Wer sich denkt: „Aber nein! Da muss es doch bessere Lösungen geben! Schließlich bin ich ein findiger Tüftler, der sich von ein paar mickrigen Rissen sicher nicht das nächste Projekt verhageln lässt!“, der hat natürlich Recht! Wir sind findig und es gibt bessere Lösungen. Fangen wir am besten direkt mit den kleinen Risslein an und arbeiten uns zu den großen empor.

Kleber, Lack und Epoxidharz lassen sich zur Rettung einsetzen!

Was wird gebraucht? Material- und Werkzeugliste

Risse mit Harz oder Kleber beseitigen

Risse mit Harz oder Kleber beseitigen

Es wird nicht viel benötigt und das meiste ist in jedem gut bestückten Baumarkt zu finden, falls man es nicht sowieso im Schrank stehen hat.

Notwendige Materialien:

Optionale Materialien:

  • Farbpigmente (fest oder gelöst) für Epoxidharz (gibt es z.B. hier bei Amazon* oder hier bei Ebay*)
  • Klarlack (UV-beständig)
  • Gas für den Bunsenbrenner
  • ein paar flache Bretter (Holz oder Kunststoff)

Außerdem werden einige alltägliche Werkzeuge benötigt, aber nichts Exotisches:

  • Schleifpapier mit bevorzugtem Schleifgerät
  • eine feine Säge
  • einige Schraubzwingen und Schraubstock
  • Maßbecher und Rührstab (Aus Polypropylen oder Polyethylen)

Optionale Werkzeuge

  • Einen kleinen Bunsenbrenner
  • alte Kunststoffbecher oder Schalen für Gießformen (ebenfalls aus PP oder PE)
  • Eine Unterlage um Tisch zu schützen (aus PP oder PE)

Wenn das Wichtigste bereit steht, kann es den kleinen wie großen Rissen auch schon an den Kragen gehen!

Level 1: Kleine aber nervige Risse verfüllen – Die Sekundenkleber Methode

Gemeint sind hier Risse von etwa einem Millimeter Breite und wenigen Zentimetern Länge. Diese Mikrorisse entstehen am schnellsten und oft auch bei korrekter Lagerung und Trocknung des Holzes, manchmal entstehen sie auch erst später im fertigen Werkstück als Gebrauchsspuren. Zum Glück sind sie ebenso schnell beseitigt, wie sie entstehen!
Zur Bekämpfung der Mikrorisse greifen wir zu unserem Sekundenkleber oder Holzleim, dazu benötigen wir ein Stück Schleifpapier.
Der Ablauf ist simpel, erfordert aber eine gewisse Geschwindigkeit:
Zuerst prüft man den Verlauf und die Tiefe der fraglichen Spalten, falls sie das Werkstück komplett durchdringen muss eventuell eine andere Methode, die ich später vorstellen werde, angewendet werden.
Im Anschluss füllt man zügig den Leim oder Kleber in die Spalten ein oder träufelt ihn darüber und lässt ihn kurz einsickern. Direkt danach greift man zum Schleifpapier und überschleift rasch die gesamte Fläche.

Anmerkung: Ein bereits leicht abgenutztes Stück Schleifpapier ist hierfür ideal, da es höchst wahrscheinlich bei dem Vorgang verkleben wird und danach nicht mehr benutzbar sein wird. Außerdem kann sich von frischem Schleifpapier Schleifmittel lösen, was seltsame rote Punkte in den Rissen hinterlassen würde.
Die Körnung kann frei gewählt werden, je nach Anforderung des Projektes und der Oberfläche.

Beim Überschleifen trägt man nun automatisch das feine Schleifmehl in die mit Kleber befüllten Spalten ein, wo es sich festsetzten wird und die Risse damit verschließen. Nach einer kurzen Trockenphase sollten die Spalten nicht mehr sichtbar sein.

Vorteile der Sekundenkleber-Methode:

  • Geringer Arbeitsaufwand von unter 5 Minuten und niedriger Schwierigkeitsgrad
  • Kaum Materialverschleiß
  • Verschlossene Risse bleiben farbecht, unsichtbar und können, wie das übrige Werkstück, problemlos beschliffen, lackiert und weiter verarbeitet werden

Nachteile der Sekundenkleber-Methode:

  • Zügiges Arbeiten ist essentiell, da der Kleber durch das Schleifmehl besonders schnell abbinden wird
  • Es können nur kleine Spalten von wenigen Millimetern Breite verschlossen werden.
  • Tiefe Spalten werden nur oberflächlich verschlossen. Anschließendes Hobeln könnte sie beispielsweise wieder öffnen.

Level 2: Mittlere Spalten und Astlöcher verfüllen – Die Harzguss Methode

Dem kundigen Tüftler wird schnell klar sein, dass die Sekundenkleber-Methode bei größeren oder tiefen Spalten im Holz wenig wirksam sein wird. Hier braucht es etwas mehr Aufwand, um ein solides Ergebnis zu erreichen.
Hierfür eignet sich die Harzguss-Methode besser. Mit ihr lassen sich Astlöcher wieder einkleben oder Spalten von mehreren Zentimetern Breite und Tiefe verfüllen und gegebenenfalls sogar auseinander gebrochene Holzstücke wieder verbinden.

Das richtige Harz

Es gibt verschiedene Hersteller von Epoxidharzen, die teilweise sehr verschiedene Systeme anbieten, von denen die meisten im Endeffekt gleich gut für unsere Zwecke funktionieren. Auf alle Variationen im Einzelnen hier einzugehen würde jedoch den Rahmen sprengen, daher nur einige rasche Worte zu den wichtigsten Eigenschaften, die beim Kauf und bei der Verarbeitung beachtet werden sollten.

Aushärtungszeit Epoxidharz

Es gibt im Allgemeinen zwei Typen von Epoxidharz-Systemen: Schnell härtende und langsam härtende.
Schnell härtendes Epoxidharz wird je nach Hersteller innerhalb von 30 Minuten bis 2 Stunden „trocken“, nachdem der Härter eingerührt wurde, danach kann es nicht mehr verändert werden. Bis zur endgültigen Härte, ab der es weiter bearbeitet werden kann, benötigt es trotzdem noch einmal einen Tag.
Das bedeutet, dass schnell härtendes Harz rasch an Zähigkeit zunimmt, womit es für das Verfüllen von sehr feinen, tiefen Spalten oder komplexen Formen eher ungeeignet ist. Hierbei können Luftblasen im Harz zurück bleiben. Für eine rasche Verklebung von mehreren Holzstücken oder dem Einkleben eines herausgebrochenen Astloches hingegen ist schnell härtendes Harz zu bevorzugen.
Außerdem erlaubt schnell härtendes Harz meist nur eine Schichtdicke von unter 10mm.

Anmerkung: Der chemische Aushärtungsprozess von allen Epoxidharzen ist exotherm! Das bedeutet er setzt Wärme frei! Je schneller um so mehr Harz aushärtet, desto mehr Wärme wird dabei freigesetzt, dadurch kann sich die Mischung auf bis zu 90°C erhitzen. Je nach eingesetzter Harzmenge sollte daher auf Hitzebeständigkeit der angewendeten Materialien, Werkzeuge und Finger geachtet werden!
Spontane Feuerentwicklung ist zwar unwahrscheinlich, dafür kann die Mischung jedoch aufkochen, schäumen und das angrenzende Holz unschön verfärben. Kurz gesagt: Das Werkstück völlig ruinieren.

Langsam härtendes Epoxidharz benötigt häufig mehrere Stunden zum Abtrocknen und je nach Hersteller und Raumtemperatur 2 bis 4 Tage zum endgültigen Aushärten.
Der Prozess kann durch Zugabe von zusätzlichem Härter in das Harz zwar theoretisch beschleunigt werden, jedoch steigt damit das Risiko von Bläschenbildung  oder ungleichmäßigem Aushärten der Harzschicht. Daher ist ein Abweichen vom durch den Hersteller angegebenem Mischverhältnis normalerweise nicht zu empfehlen.
Durch die deutlich längere Aushärtungszeit erlauben diese Harze die Verfüllung von komplizierteren Strukturen, wie etwa feinen Haarrissen im Holz, außerdem kann das Werkstück im Harz getränkt werden, um auch innere Risse bereits zu verschließen, die erst bei späterem Zersägen sichtbar werden würden.

Anmerkung: Es gibt Epoxidharz-Systeme, die nur unter bestimmten Bedingungen aushärten, beispielsweise bei Hitzeeinwirkung. Diese Harze eignen sich zum Durchtränken von Werkstücken besonders und können anschließend im heimischen Ofen ausgebacken werden.
Aber bitte nicht zusammen mit dem Sonntagsbraten! Eine Rücksprache mit dem/der Küchenchef/in des Hauses wird empfohlen!

Maximale Schichtdicke beim Epoxidharz

Die maximale Dicke einer Epoxidharzschicht wird durch die freiwerdende Wärme beim Aushärten bestimmt. Je schneller das Harz aushärtet, desto wärmer wird die Mischung, desto dünner muss die Schicht sein um Aufkochen, Schaumbildung, Blasen oder Verbrennungen zu vermeiden. Außerdem kann ein nicht ausgehärteter Kern zurück bleiben. Die genauen Dicken werden von den Herstellern auf den Flaschen angegeben, ansonsten sind 5 bis 10cm ein guter Richtwert bei langsam härtenden Harzen.

Wirklich relevant wird dieser Faktor jedoch erst bei großen Projekten, wie eingegossenen Rindenstücken oder dem Verfüllen von Vertiefungen in großen Platten. Bei mittleren Spalten wird die maximale Schichtdicke normalerweise nicht erreicht.

Falls einmal dickere Schichten, als vom Hersteller angegeben, benötigt werden, müssen diese etappenweise gegossen werden. Hierbei gießt man eine Schicht bis zur maximalen Dicke, lässt diese aushärten und gießt anschließend eine zweite Schicht Harz darauf. Wenn die vorhergehende Schicht komplett ausgehärtet wurde, muss diese zuvor angeschliffen werden, um eine Bindung mit der zweiten Schicht zu ermöglichen! Man kann jedoch bereits die zweite Schicht Harz aufgießen, nachdem die ersten Schicht teilweise ausgehärtet aber noch leicht klebrig an der Oberfläche ist. Auf diese Weise verbinden sich beide Schichten besser miteinander und man erspart sich das Anschleifen.

Farben und Pigmente

Epoxidharz-Farbpigmente-Tueftler-Holzwerken

Farbpigmente

Epoxidharz härtet farblos und klarsichtig aus, was für die meisten Reparaturmaßnahmen perfekt ist. Falls man sich jedoch zu den Experimentierfreudigen zählt, so bieten einige Epoxidharz-Systeme fertige Pigmentlösungen an, mit denen das Harz gefärbt werden kann.
Als eine billigere Alternative kann man dem Harz auch eigene Farbpigmente untermischen, jedoch verändert das teilweise deutlich die Aushärtungszeit des Harzes! Die genaue Zeitveränderung hängt leider von der Art des Harzes und der Pigmente ab, weshalb hier keine Prognosen gemacht werden können.
Am besten man mischt eine kleine Testmenge farbigen Harzes an, um den Einfluss auf die Härtungsdauer selbst zu bestimmen.
Pulverförmige Pigmente neigen dazu Farbklumpen im Guss abzusetzen und sich nicht vollständig zu lösen, aber fast alle Hersteller bieten vorgelöste flüssige Pigmente zu diesem Zweck an.

Anmerkung: Es ist nicht empfohlen hier Schleifmehl oder Späne dem Epoxidharz beizugeben, um, wie in „Level 1 – Die Sekundenkleber-Methode“ beschrieben die holzeigene Farbe zu erreichen. Das kann im Epoxidharz zu einem Wärmestau und überraschendem Aufkochen führen.
Was stattdessen möglich ist, wäre den Epoxidharz abbinden zu lassen, die Oberfläche anschließend anzuschleifen und zum Abschluss eine dünne Deckschicht aus Harz mit Schleifmehl vermischt aufzutragen.

Vorgehensweise bei der Harzguss-Methode

Schritt 1 – Reinigen des Werkstückes

Ursprungsstück

Ursprungsstück

Wie bei jeder ordentlichen Klebung muss auch beim Auftragen von Epoxidharz auf eine saubere Oberfläche geachtet werden, besonders bei unebenen, komplizierten Formen, wie sie zum Beispiel bei Wurzelholz oft gegeben sind.
Dazu schleift man grob die Oberflächen mit Schleifpapier ab und versucht eventuelle Innenräume mit schmalen Pfeilen zu erreichen. Für die Ungeduldigen genügt auch das Werkstück mit einer Drahtbürste abzubürsten. Wichtig ist hierbei vor allem, dass keine losen Holzfasern oder Rindenstücke am Werkstück verbleiben, die sich später mitsamt dem Harz ablösen könnten. Die Oberfläche muss nicht perfekt sein, das Harz verdeckt später viele Unebenheiten.

Schritt 2 – Abdichten und Einpacken

Eingepackt um es mit Epoxidharz zu füllen

Eingepackt um es mit Epoxidharz zu füllen

Epoxidharz Holz

So gehts auch

Nachdem alles sauber ist gilt es den Verlauf der Risse zu studieren. Sind sie durchgängig? Wenn ich oben Harz rein gieße, läuft es dann unten wieder raus? Falls die Antwort „Nein“ lautet können wir direkt zu Schritt 3 übergehen. Falls sie „Ja“ lautet müssen wir noch eine Kleinigkeit erledigen, damit hinterher nicht der ganze Arbeitstisch klebt.
Alle offenen Stellen des Werkstückes müssen gefunden und abgedichtet werden. Gegebenenfalls packt man es einfach komplett ein und lässt nur die Oberseite frei, um das Harz einzufüllen.
Hierfür eignet sich einfache Adhäsionsfolie übrigens am Besten! Sie haftet am Holz, aber geht keine Klebebindung mit dem Harz ein und lässt sich so später einfach und rückstandslos entfernen. Außerdem ist sie angenehm billig.
Alternativ können auch Klebefolien oder sogar Klebeband verwendet werden, diese hinterlassen jedoch eventuell Rückstände auf dem Holz.

Schritt 3 – Eine dünne Deckschicht auftragen

Mit Epoxidharz versiegeln

Mit Epoxidharz versiegeln

Holz besteht aus Fasern und Poren, in deren Zwischenräumen sich allerlei Wasser und Luft verbergen können. Das macht die Kombination von Epoxidharz und Holz so kompliziert. Wenn das Werkstück nicht vollständig getrocknet ist, können sich aufgrund des aus den Holzfasern ausdampfenden Wassers unter dem Epoxidharz Blasen bilden, die nicht nur unansehnlich sind sondern auch die Festigkeit unseres Gusses beeinträchtigen.
Um dem vorzubeugen kann man eine dünne, nur wenige Millimeter dicke Schicht Epoxidharz auf das Werkstück auftragen und teilweise aushärten lassen. Dadurch wird die Oberfläche versiegelt und es kann später kein Wasser mehr austreten. Jedoch muss hierbei wieder die Bindung von Harz zu Harz hergestellt werden. Dazu schleift man die erste Schicht entweder an oder gießt die zweite Schicht Epoxidharz, wie weiter oben bereits beschrieben, auf die noch leicht klebrige Deckschicht auf.

Anmerkung: Die Deckschicht dichtet das Holz auch gegen das Eindringen von weiterem Epoxidharz ab. Das ist besonders von Vorteil, wenn spätere Schichten gefärbt sein sollen, die Farbe aber nicht in das Holz eindringen soll. Ansonsten bilden sich farbige oder dunkle Linien im Holz, die gegebenenfalls im fertigen Produkt unschön wirken können.

Schritt 4 – Die Spalten mit Epoxidharz auffüllen

Mit Epoxidharz aufgefüllt

Mit Epoxidharz aufgefüllt

Nachdem nun das Werkstück vorbereitet ist bleibt nur noch das Harz nach Herstellerangaben anzurühren, nach Herzenswunsch mit Farben zu spicken und in das Holz einzufüllen. Anschließend platziert man das werdende Meisterwerk an einem sicheren, trockenen und kühlen Platz wo weder Kinder, Katzen oder neugierige Lebenspartner es umstoßen können und geht einen netten Film gucken oder zwei. Natürlich kann man auch dem Harz beim Trocknen zusehen, aber es gibt Spannenderes.
Am nächsten oder übernächsten Tag hat das Harz seine Endfestigkeit erreicht. Nun kann die Verpackung entfernt werden und der eigentliche Spaß beginnen!

Level 3: Variationen der Harzguss-Methode

Der Formguss

Für sehr kleine Werkstücke oder die Verwertung von Holzresten und Verschnitt hervorragend geeignet ist der Formguss mit Epoxidharz. Hierfür kann man einen einfachen Joghurtbecher benutzen, ordentlich ausgewaschen versteht sich, oder natürlich selbst mit Plexiglasplatten oder lackierten oder mit Folie bezogenen Holzbrettern eine eigene Form kreieren. Die Folien sind notwendig, damit das Epoxidharz nicht in der Gussform kleben bleibt und sich einfach heraus lösen lässt.
Für den Formguss sollte man ein langsam härtendes Harz verwenden, damit dem Harz genügend Zeit bleibt alle Spalten auszufüllen, und man muss gegebenenfalls in mehreren Etappen Schichten gießen.

Anmerkung: Um kleine Bläschen auszutreiben und das Harz besser in kleine Spalten zu befördern hat sich das Rütteln der Gussform bewährt. Die meisten größeren Maschinen wie Elektrosägen erzeugen die passenden Vibrationen. Man kann die Gussform also einfach, während der Arbeit am nächsten Werkstück, mit auf den Tisch legen und durchrütteln lassen.

Eine Herausforderung beim Formguss sind kleine Gasblasen, die an den Holzstücken in der Form haften bleiben und auch durch Rütteln nicht entweichen wollen. Diese kann man mit einer Überdruckkammer beseitigen. Durch den Überdruck werden die Gasblasen zusammen gepresst, sodass sie unsichtbar werden. Der Druck muss aufrecht erhalten bleiben, bis das Harz ausgehärtet ist.
Alternativ kann man in einer Unterdruckkammer das Holz vollständig ausgasen lassen, dadurch durchdringt das Epoxidharz das Holz besser und es entstehen feine Maserungen, die ansehnliche Sägeschnitte erzeugen können. Für das optimale Ergebnis muss das Werkstück einige Tage unter Unterdruck im Harz tränken. Daher ist hierfür ein spezielles Harz notwendig, das nicht selbstständig aushärtet sondern erst bei Hitzeeinwirkung!
Das vollständige Ausgasen des Holzes kann mehrere Tage beanspruchen. Geduld ist eine Tugend.

Ambitionierte Großprojekte – Tischplatten und mehr

Die hier vorgestellten Arbeitsmethoden lassen sich auf Projekte aller Größenordnungen anwenden, wobei es knifflig sein dürfte genügend Adhäsionsfolie für eine ganze Tischplatte auszulegen.
Beim Gießen des Epoxidharz sind jedoch einige Kleinigkeiten zu beachten. Neben der bereits erwähnten Schichtdicke und der Bindung zwischen den Schichten ist hier besonders die Wärmeentwicklung bedeutend.
Um Hitzeschäden am Material oder der Verpackung zu vermeiden empfiehlt es sich hier die Schichtdicken pro Guss zu reduzieren, damit der Prozess langsamer und damit kühler verläuft. Ein kalter, sehr gut gelüfteter Raum versteht sich bei sämtlichen Klebe- und Gießvorgängen von selbst.

Diese Videos zeigen wie man Epoxidharz für einen Tisch aber auch andere Konstruktionen nutzt



 

Einschlüsse in Epoxidharz

Einschluss-Expoxidharz

Einschluss-Expoxidharz

Es lassen sich kleine Objekte oder Partikel, beispielsweise Flitter, in das Harz eingießen, um ansehnliche Sichtfenster und Einschlüsse zu gestalten.
Als Beispiel haben wir hier eine Distelblüte in das Sichtfenster eines Griffes gegossen. Der Griff muss noch ausgeformt werden, aber das ist eine andere Geschichte.
Damit die Blüte im Zentrum des Sichtfensters fixiert bleibt, während der Harz aushärtet, haben wir eine kleine Bohrung durch den Kern des Holzes getrieben und den Blütenstiel hinein gefädelt. Simpel aber effektiv.
Allerdings haben wir uns bei der Pigmentierung des Harzes etwas verschätzt.
Aufgrund der feinen Struktur der Distelblüte mussten wir ein langsam härtendes Harz verwenden, was, wie oben beschrieben, durch die beigegeben Pigmente knifflig zu bewerkstelligen war.
Wer sich nicht mit komplizierten, verborgenen Befestigungen für die Einschlüsse herum schlagen möchte, der kann hier wieder den Guss etappenweise vollführen. Als erstes gießt man die Grundfläche, bzw. eine Abschlussseite des Sichtfensters. Dann platziert man den Einschluss und füllt die Aushöhlung mit Harz auf. Dadurch scheint anschließend der Einschluss zu schweben. Abschließend genügt eine Deckschicht, um das Sichtfenster zu verschließen.

Level 4: Nachbearbeitung, Anschliff und Co

Epoxidharz ist ein wunderbares Material, das in Kombination mit Holz ungeahnte Möglichkeiten entfaltet! Allerdings bringt es einige Nachteile mit, die mit einer ordentlichen Nachbearbeitung bedacht werden müssen.

Glatte Oberflächen – Schleifen und Polieren

Epoxidharz weist in etwa die selbe Härte wie Holz auf, daher ist der Materialabtrag beim Schleifen kein Problem. Jedoch wird die Oberfläche des Harzes durch den Anschliff trübe, matt und rau. Sie zu polieren kann sehr mühevoll und zeitraubend sein, da man, ähnlich wie bei Glas, mehrere immer feiner werdende Stufen der Politur auftragen muss, um wieder eine glänzende Oberfläche zu erhalten.

Wer sich die Polierarbeit ersparen möchte, der sollte zuerst das Werkstück in die endgültige Form bringen und anschließend den Harz auftragen, damit bleibt die perfekt glatte Oberfläche nach der Härtung erhalten. Alternativ kann man nach dem zurecht Feilen auch eine hauchdünne, letzte Harzschicht auftragen. Diese verschließt die Schleifspuren und bildet wieder eine glatte, spiegelnde Oberfläche aus.

Anmerkung: Falls die Oberfläche des Harzes vor dem Aushärten kleine Bläschen aufweist, so lassen sich diese mit einem Heißluftgebläse oder einem Bunsenbrenner kurz abflammen. Die Bläschen platzen durch die Hitze und es bildet sich eine perfekt glatte Oberfläche.

Lackieren für UV-Beständigkeit

Holz und Epoxidharz sind nicht UV-beständig. Steht das fertige Werkstück lange Zeit in direktem Sonnenlicht so beginnt das Holz auszubleichen und der Harz milchig einzutrüben. Schließlich wird beides wieder rissig. Für Garten-Projekte oder Werkstücke, die viel Sonne sehen werden, ist deshalb ein UV-Schutzlack dringend empfohlen.
In gut sortierten Baumärkten gibt es UV-Schutzlack oder Autosprühlack, der hierfür gut geeignet ist. Für das Harz selbst, gibt es von manchen Herstellern spezielle Zuschlagstoffe für UV-Schutz, die dem Härter beigemengt werden können, diese schützen jedoch das Holz selbst nicht, weshalb ein Lack eigentlich unumgänglich ist.
Nicht vergessen vorher den Lack am Holz auf Verträglichkeit zu testen, nicht dass die Farben hinterher matschig werden.

Video zu Epoxidharz Anwendung

In diesem Video zeigt ein Youtuber was man mit Epoxidharz alles machen kann. Er erschafft mit Epoxidharz Skulpturen.


Bezugsquellen für geeignetes Epoxidharz

Gutes Epoxidharz findet man u.a. auch in Online-Shops wie Amazon (hier*) oder Ebay (hier*).

Letzte Aktualisierung am 15.02.2019 um 15:01 Uhr  *Affiliatelink ² 

 

Bezugsquellen für geeignete Farbpigmente

Auch Pigmente kann man bequem in großer Menge in Online-Shops wie Amazon (hier*) oder Ebay (hier*) finden.

Letzte Aktualisierung am 15.02.2019 um 15:41 Uhr  *Affiliatelink ² 

 

Abschluss Anmerkung zu Epoxidharz

Mit einer großen Flasche Epoxidharz im Haus braucht man kein rissiges Brett und keinen zerbrochenen Scheit mehr zu fürchten. Ein paar Tropfen verschließen jede Spalte und einige Pigmente bieten der feinen Holzmaserung einen kontrastreichen Hintergrund, um regelrecht zu strahlen. Und auch in Sachen Festigkeit und Tragfähigkeit steht der Harz dem Holz in nichts nach.
Nur noch ein letzter Tipp: Benutzt nicht die guten Kaffeelöffel, um eure Harze anzurühren! Einmal erstarrt bekommt man Epoxidharz nicht mehr los.

Damit wünsche ich frohes werkeln und einige erfolgreiche Gussversuche!

 

Bezugsquellen für nützliche Hilfsmittel beim arbeiten mit Epoxidharz

Letzte Aktualisierung am 15.02.2019 um 16:11 Uhr  *Affiliatelink ² 

 

Links zum Thema

S. Szengel

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