Hartnäckige Wasserflecken von Eichenmöbeln entfernen

Der Kauf eines Möbelstücks aus Eiche ist ein Investment für die Zukunft. Seine Langlebigkeit und zeitlose Eleganz machen Eichenmöbel auch nach Jahren noch zu einem echten Hingucker im Wohninterieur. Man könnte Eichenholz quasi mit George Clooney vergleichen: Es gewinnt im Alterungsprozess an Charme und Charakter. Doch auch an Eichenmöbeln nagt irgendwann der Zahn der Zeit und die elegantesten Möbelstücke sehen mit der Zeit etwas abgestoßen aus. Vor allem unansehnliche Wasserränder tragen ihren Teil dazu bei, daher hier ein paar Tipps zur Pflege.

Kleine Unachtsamkeiten können schon reichen

In aller Eile, am frühen Morgen, noch schnell einen Schluck getrunken. Das Wasserglas auf die Anrichte gestellt – keine Zeit, um im Geschirrspüler Platz zu schaffen – und das Haus verlassen. Wenn man abends zurückkommt bemerkt man dann einen hellen Ring im Holz, der sich um das Glas herum gebildet hat. „Mache ich morgen“ oder „fällt gar nicht so sehr auf“, denkt man vielleicht. Und, so macht es sich der Fleck im Holz gemütlich, mit all den anderen kleinen Makeln, die sich über die Jahre angesammelt haben.

Aber das Lieblingsmöbelstück ausrangieren? Kommt gar nicht in Frage! Deshalb verraten wir im Folgenden 5 Tricks, die dabei helfen, Wasserflecken schonend und vor allem erfolgreich von Eichenmöbeln zu entfernen.

Tipps zum Entfernen von Wasserflecken

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Die zwei Arten von Wasserflecken

Wasserfleck ist nicht gleich Wasserfleck. Mein unterscheidet grundsätzlich weiße und dunkle Flecken. Erstere entstehen durch das Eindringen von Feuchtigkeit in die Lackschicht. Das Holz selbst bleibt vom Wasser verschont. Solch ein Fleck entsteht beispielsweise, wenn ein feuchtes Glas auf eine Eichenanrichte gestellt wird.

Dunkle Flecken entstehen durch das Eindringen von Wasser in das Holz selbst. Dies kann beispielsweise vorkommen, wenn ein kaputter Blumenkübel auf dem Holzfußboden steht. Unter der undichten Stelle bildet sich im Holzfußboden durch das auslaufende Wasser ein dunkler Fleck. Für beide Arten von Flecken gibt es verschiedene Reinigungsmethoden:

So entfernen Sie weiße Wasserflecken von Eichenmöbeln

Option 1 – Reinigen mit Mineralöl

Was man benötigt:

  • ein weiches Tuch
  • Mineralöl
  • Gummihandschuhe

Man tropft etwas Mineralöl auf ein weiches Tuch und reibt das Öl anschließend in den Fleck ein, wo es über Nacht einwirkt. Der Vorgang kann wiederholt werden wenn der Fleck nach der Behandlung noch immer sichtbar sein sollte.

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Option 2 – Reinigen mit Backsoda und Zahnpasta

Was man benötigt:

  • Möbelpolitur
  • Gummihandschuhe
  • Backsoda
  • Zahnpasta (KEIN Zahnpasta-Gel)

Das Mineralöl hat seine Wirkung verfehlt? Dann lohnt sich der Versuch mit einem altbewährten Hausmittel: einer Mischung aus Zahnpasta und Backsoda. Das Mischverhältnis spielt dabei keine große Rolle. Die Mixtur wird auf ein feuchtes Tuch gegeben und in Richtung der Maserung in das Holz eingerieben, bis der Fleck nicht mehr sichtbar ist.

Anschließend sollte das Holz an dieser Stelle mit Ölseife behandelt werden. Falls der Fleck nach der ersten Behandlung noch immer sichtbar ist, kann die Prozedur wiederholt werden. Es empfiehlt sich, anschließend eine neue Schicht Möbelpolitur aufzutragen.

So entfernt man dunkle Wasserflecken von Eichenmöbeln

Auf einem Eichenmöbelstück haben sich dunkle Flecken eingenistet? Dann können die folgenden Tricks weiterhelfen:

Reinigen mit Sandpapier in 6 einfachen Schritten

Was man benötigt:

  • Sandpapier, #100-Körnung
  • Sandpapier, #150-Körnung
  • fusselfreies Tuch
  • Holzlack
  • Stahlwolle, #0000-Körnung
  • Möbelpolitur*

Und so geht man vor:

  1. In Richtung der Maserung wird mit Sandpapier (#100-Körnung) behutsam der Lack über dem Fleck abgetragen. Anschließend werden die Ränder mit Sandpapier vorsichtig ausgefasert (#150-Körnung).
  2. Sobald die Lackschicht abgetragen ist, wird der Fleck mit #150-körnigen Sandpapier abgeschliffen. Danach werden auch hier die Ränder wieder ausgefasert. Dieses Mal sollte dafür auf #0000-körnige Stahlwolle zurückgegriffen werden.
  3. Nach dem Abschleifen wird mit einem fusselfreien Tuch der Schleifstaub entfernt.
  4. Um die ursprüngliche Lackschicht zu ersetzen, werden mehrere dünne Schichten Holzlack aufgetragen.
  5. Die Randbereiche der neu aufgetragenen Lackschicht sollten nun noch mit # 0000 Stahlwolle ausgefasert werden. So entsteht ein sanfter Übergang zwischen neuer und alter Lackschicht.
  6. Tipp: Das Holz zum Abschluss mit einer hochwertigen Politur zu behandeln.

 

Reinigen mit Bleiche in 9 einfachen Schritten

Was man benötigt:

  • Chlorbleiche
  • Pinsel
  • Gummihandschuhe
  • Schwamm
  • #0000 Stahlwolle
  • fusselfreies Tuch
  • Essig
  • Holzlack
  • hochwertiger Wachs
  • Holzbeize

Der Fleck ist so tief in das Holz vorgedrungen, dass man ihn mit sanftem Schleifen nicht entfernen kann? Dann kann Chlorbleiche helfen:

  1. Bei diesem Reinigungsvorgang sollte unbedingt ein Paar Gummihandschuhe getragen werden, um Haut und Nägel zu schützen. Die Bleiche wird mit einem Pinsel auf die betroffene Stelle aufgetragen. Sie sollte dort einige Stunden einwirken. Der Prozess ist dann abgeschlossen, wenn der Fleck nahezu dem Originalton des Holzes entspricht.
  2. Ist der gewünschte Farbton erreicht, wird die Bleiche mit Schwamm und Wasser vollständig vom Holz entfernt.
  3. Um das Holz zu neutralisieren, wird empfohlen etwas Essig auf die behandelte Stelle aufzutragen. Das sorgt für eine gleichmäßige Farbgebung, wenn das Holz bestrichen wird.
  4. Das Holz sollte nun ausreichend trocknen.
  5. Wenn nötig, kann das Holz nun noch mit Holzbeize behandelt werden. Auch diese sollte ausreichend trocknen.
  6. Anschließend werden mehrere dünne Schichten Holzlack aufgetragen.
  7. Die Randbereiche der neu aufgetragenen Lackschicht sollten nun noch mit #0000 Stahlwolle ausgefasert werden. So entsteht ein sanfter Übergang zwischen neuer und alter Lackschicht.
  8. Der entstandene Staub wird mit einem fusselfreien Tuch abgerieben.
  9. Um das Holz auch zukünftig vor Flecken zu schützen, empfiehlt sich zum Abschluss eine Behandlung mit einem hochwertigen Wachs.

Wenn keine dieser Methoden die Wasserflecken zum Verschwinden bringt, hilft unter Umständen nur noch ein Abschleifen der Oberfläche, sowie eine anschließende Behandlung mit einer passenden Möbelpolitur, um das Holz auch in Zukunft vor Schäden zu schützen.

Auch einige weitere Aspekte können zum Schutz von Eichenmöbeln beitragen. Denn: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Mit diesen Top 3 Pflegetipps, bleiben Eichenmöbel länger schön

Holzoberflaechen-pflegen

1. Schäden vorbeugen mit der richtigen Reinigung

Hochwertige Eichenmöbel kosten zwar vergleichsweise mehr, sind dafür aber wesentlich langlebiger als günstige Möbel von der Stange. Damit die Schönheit von Eichenmöbeln besonders lang erhalten bleibt, sollte die Oberfläche gut gegen Verschmutzungen geschützt werden. Regelmäßige Behandlungen mit einem Pflege-Öl oder -wachs erhält die Natürlichkeit des Holzes. Die Poren werden nicht verschlossen und gleichzeitig wird die Holzoberfläche resistenter gegenüber Flecken und anderen Außeneinwirkungen.

Bei der täglichen Reinigung stark beanspruchter Möbel sollte auf Reinigungsmittel und nasse Tücher verzichtet werden. Das Abreiben mit einem feuchten Tuch reicht völlig aus.

2. Das A und O: Das richtige Raumklima

Seine offenen Poren machen Massivholz sensibel gegenüber wechselnden Temperaturen und wechselnder Luftfeuchtigkeit. Ein ausgeglichenes Raumklima beugt dem Verzug von Holzelementen vor und sorgt bei Eichenmöbeln auch nach Jahren noch für einen festen Stand. Die optimale Raumtemperatur liegt dabei bei 20 °C und die empfohlene Luftfeuchtigkeit zwischen 40 – 60 %.

3. Anti-Aging-Produkte für Eichenholz

Eichenholz braucht zwar keine tägliche Schönheitspflege wie die menschliche Haut, um dem Alterungsprozess entgegenzuwirken – gewachste und geölte Holzoberflächen freuen sich aber dennoch ein bis zwei Mal jährlich über eine Erneuerung der Wachs- bzw. Ölschicht. Wenig Aufwand, großer Nutzen: mit einem fusselfreien Tuch das Pflegeprodukt der Wahl, in Richtung der Maserung, in das Holz einreiben. Einziehen lassen. Fertig!

Generell sollten alle aufgeführten Pflege- und Reinigungstipps erst einmal an einer versteckten Stelle auf dem Holz getestet werden. Nicht jedes Holz reagiert auf eine Behandlungsmethode gleich. Bei Ölen, Wachsen und Hartwachsölen* sollte zudem auf die Eignung geachtet werden. Vorsicht außerdem vor schädlichen Zusatzstoffen! Regelmäßig etwas Zeit in die Möbelpflege zu investieren lohnt sich. Lieblingsmöbelstücke erstrahlen in neuem Glanz und der Geldbeutel freut sich. Ganz nach dem Motto: „Aus alt mach’ neu.“

 

Autor Hannes Bodlaj

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